Hindernisfreier Zugang Tram & Bus

Rollstuhlfahrer steigt ebenerdig in ein Tram ein

Ein hindernisfreier Zugang zum öffentlichen Verkehr ist für alle Fahrgäste ein Gewinn an Komfort. Dazu braucht es Haltestellen mit hohen Haltekanten, damit alle Fahrgäste bequem ins Tram und in den Bus gelangen können.

Einfacher und bequemer für alle

Für Rollstuhlfahrende, Gehbehinderte, aber auch für viele ältere Menschen ist dieser hindernisfreie Zugang unentbehrlich, um den öffentlichen Verkehr selbstständig zu benutzen. Andere Fahrgäste sind temporär auf hohe Haltekanten angewiesen, sei es mit Kinderwagen, Gepäck oder mit Krücken. Ein hindernisfreier Einstieg erhöht generell die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs. Das Ein- und Aussteigen geht einfacher und schneller, die Haltezeiten sind kürzer, was einen stabileren und somit zuverlässigeren Fahrplan ermöglicht.

Kanton macht bei Umsetzung vorwärts

Gemäss Behindertengleichstellungsgesetz des Bundes (BehiG) rüstet Basel-Stadt die Tram- und Bushaltestellen Schritt für Schritt mit hohen Haltekanten aus. Per Ende 2018 waren in Basel-Stadt rund 80% der Tram- und Kombihaltestellen sowie 90% der Bus-Haltestellen hindernisfrei zugänglich. In den meisten Fällen ist dazu allerdings noch die Klapprampe als technisches Hilfsmittel nötig. Das BehiG lässt einen solchen Zugang als vorübergehende Ersatzlösung zwar zu, der Regierungsrat hält aber am Ziel fest, die Zugänglichkeit weiter zu erhöhen und, wo immer möglich, den gesetzlich geforderten autonomen Zugang über hohe Haltekanten zu gewährleisten.

In seinem ersten Statusbericht zur BehiG-Umsetzung zu Handen des Grossen Rates legt der Regierungsrat den weiteren Fahrplan für die anstehenden Umbauten der kantonalen ÖV-Haltestellen fest. Nach Möglichkeit sollen diese im Rahmen von Erhaltungs- und/oder Umgestaltungsprojekten erfolgen. Dadurch können Synergien genutzt und Kosten reduziert sowie Beeinträchtigungen für Anwohnende, das Gewerbe und den Verkehr minimiert werden. In den Jahren 2019 bis 2023 sollen entsprechend weitere 32% der Tram- und Kombihaltestellen und 29% der Bushaltestellen BehiG-konform umgebaut werden. Damit wären Ende 2023 die Hälfte der Tram- und Kombihaltestellen (50%) und ein Drittel der Bushaltestellen (32%) so umgebaut, dass ein vollständig autonomer Zugang gewährleistet ist. Berücksichtigt man auch die via Klapprampe zugänglichen Haltestellen, so liegt die Zugänglichkeit bei rund 90% (Tram- und Kombihaltestellen) beziehungsweise 96% (Bushaltestellen).

Umbauten ausserhalb der Erhaltung – Zeithorizont über 2023 hinaus

50% der Tram- und Kombihaltestellen und 68% der Bushaltestellen weisen nach den aktuellen Planungen ein Erhaltungsdatum nach 2023 auf. Der Regierungsrat hat nun festgelegt, wie mit diesen Haltestellen verfahren werden soll: Haltestellen in der Nähe von Spitälern und spezifischen Einrichtungen für mobilitätseingeschränkte Personen oder Umsteigehaltestellen auf Zug und S-Bahn haben eine sehr hohe Bedeutung und werden spätestens bis Ende 2023 im Rahmen ausserordentlicher Projekte angepasst. Die restlichen Haltestellen werden zwar nach Ablauf der gesetzlichen Frist, aber innerhalb eines absehbaren Zeitraumes umgesetzt. Die Haltestellen von hoher Bedeutung werden bis 2026, diejenigen mit mittlerer Bedeutung spätestens bis 2028 umgebaut. Damit sind Ende 2028 rund 90% der Tram- und Kombihaltestellen und 80% der Bushaltestellen mit einer hohen Kante autonom zugänglich. Die verbleibenden Haltestellen sind entweder von geringer Bedeutung und werden zum Zeitpunkt der Erhaltung umgebaut oder stehen in Zusammenhang mit einem Grossprojekt, bei dem der politische Entscheidungsprozess taktgebend ist. Diese Haltestellen sind zwar noch nicht autonom, mittels Klapprampe aber hindernisfrei zugänglich.

Verbesserungen für Velofahrende an Kaphaltestellen

Von Kaphaltestellen spricht man dann, wenn sich bei einer Haltestelle mehrere Verkehrsmittel jene Spur teilen, auf der auch das Tram unterwegs ist. Hier müssen Velofahrende bei BehiG-konformen Haltestellen der höheren Haltekanten entlangfahren, was oft als gefährlich empfunden wird. Gemeinsam mit den Veloverbänden und den Behindertenorganisationen haben das Bau- und Verkehrsdepartement, die Kantonspolizei sowie die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) deshalb Möglichkeiten zur Verbesserung der Velosicherheit bei Kaphaltestellen erörtert. In erster Priorität prüfen Fachleute bei jeder Haltestelle, ob ein Haltestellentyp realisiert werden kann, bei welchem die Velofahrenden nicht entlang der hohen Haltekante fahren müssen. Zudem prüft die BVB zurzeit die Möglichkeit eines velofreundlichen Gleises: Ein Gummiprofil in der Schienenrille soll es erlauben, die Schiene gefahrlos in Längsrichtung zu befahren. Ein entsprechender Pilotversuch soll möglichst zeitnah erfolgen.

Welche Tram- und Bushaltestellen sind in Basel-Stadt hindernisfrei zugänglich?

Auf der Internetseite der Basler Verkehrsbetriebe (BVB) befinden sich konkrete Informationen, welche Tram- und Bushaltestellen hindernisfrei zugänglich sind. Insbesondere gibt eine Broschüre darüber Auskunft, an welchen Haltestellen der Einsatz der Klapprampe möglich ist oder schon ein niveaugleicher und somit autonomer Einstieg realisiert wurde.

Statusbericht des Regierungsrates zum Stand der BehiG-Umsetzung per Ende 2018

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