Städtische Verkehrslenkung

Pilotanlage Verkehrslenkung an der Elsässerstrasse

Obwohl Basel im schweizweiten Vergleich gut da steht, kommt es auch hier praktisch täglich zu Rückstaus im Strassenverkehr. Dies ist nicht nur für die Autofahrenden ein Ärgernis, sondern auch für die Anwohnenden im Umfeld neuralgischer Verkehrsknoten. Zum einen staut der Verkehr bisweilen bis in die Wohnquartiere zurück, zum anderen versuchen Autofahrende das hohe Verkehrsaufkommen zu umgehen und fahren durch die Quartiere statt über die Hauptverkehrsachsen. Mit der Umsetzung eines städtischen Verkehrslenkungskonzepts sollen der Verkehrsfluss auf den Hauptverkehrsachsen künftig verbessert und gleichzeitig die Quartiere vom Durchgangsverkehr entlastet werden.

Dosieranlagen für bestmöglichen Verkehrsfluss

Künftig soll der motorisierte Individualverkehr (MIV) mehr auf den Autobahnen und den verkehrsorientierten Strassen kanalisiert werden. Damit dies gelingt, muss der Autoverkehr gerade an neuralgischen Punkten möglichst flüssig abgewickelt werden. Einen Beitrag hierzu können die sieben geplanten Dosieranlagen leisten: Während der Hauptverkehrszeiten werden bei diesen sieben Lichtsignalanlagen  auf der einen Seite die Rotzeiten für den motorisierten Individualverkehr (MIV) länger eingestellt. So kann auf der anderen Seite der MIV sowie der öffentliche Verkehr, der Fuss- und Veloverkehr von der frei werdenden Zeit mit einer längeren Grünphase profitieren. Gleichzeitig werden unvermeidbare Staus vermehrt in wenig sensible Strassenräume verlegt. Die Dosieranlagen werden so eingestellt, dass weder der Verkehrsablauf an benachbarten Knoten, noch der öffentliche Verkehr behindert werden. Dies wird mit Staudetektoren überwacht.

Weitere Massnahmen zur Verkehrslenkung

Wenn der Verkehr auf den Hauptverkehrsachsen besser fliesst, werden die Wohnquartiere bereits entlastet. Zusätzliche Massnahmen sollen die Situation weiter verbessern. Hierzu gehört eine optimierte Wegweisung, die mit den Herstellern von Navigationsgeräten koordiniert ist. So sinkt das Risiko, dass Ortsunkundige aus Versehen durch die Quartiere fahren und Umwege in Kauf nehmen müssen. Abbiegeverbote oder Einbahnstrassen können die Quartiere darüber hinaus vom Durchgangsverkehr entlasten.

Für den Raum Grossbasel West sieht der Regierungsrat ein neues Projekt vor: Hier soll der Kanton gemeinsam mit Allschwil und Binningen sowie dem Kanton Basel-Landschaft weitere Verkehrslenkungsmassnahmen entwickeln, da eine rein städtische Verkehrslenkung, die an der Kantonsgrenze Halt macht, keine optimale Wirkung erzielt.

Weltweit haben bereits zahlreiche Städte solche Verkehrslenkungen erfolgreich eingeführt, in der Schweiz sind dies unter anderen die Städte Zürich und Bern. In den genannten Städten ist die Stausituation wesentlich akzentuierter als in Basel. Mit den Verkehrslenkungsmassnahmen konnten dort positive Ergebnisse erzielt werden, so dass diese heute politisch breit akzeptiert sind.

Das städtische Verkehrslenkungskonzept leistet in Basel einen wichtigen Beitrag, um die übergeordneten Ziele des „Verkehrspolitischen Leitbildes“ zu erreichen. Die Umsetzung des Konzepts erhöht die Lebensqualität der Einwohnerinnen und Einwohner, verbessert den Verkehrsfluss für alle Verkehrsteilnehmenden und stellt gleichzeitig die gute Erreichbarkeit sicher. Zudem wird  auf verhältnismässig kostengünstige Weise die Verkehrssicherheit erhöht.

Der Grosse Rat hat in seiner Sitzung vom 16. Oktober 2019 das Konzept beschlossen und den für die Umsetzung von fünf Dosierstellen sowie für die zu erstellenden Konzepte benötigten Kredit bewilligt.

Grossratsgeschäft "Ausgabenbericht Städtische Verkehrslenkung Basel"

Ausgabenbericht "Städtische Verkehrslenkung Basel"

Übersichtskarte zu den geplanten Dosierstellen

Bericht zur Wirkungskontrolle Pilotversuch Dosieranlage Elsässerstrasse