Pilotversuch optimale Fussgängersteuerung

Lichtsignalanlagen sind hoch komplexe Systeme. Sie sorgen nicht nur dafür, dass sich auf einer Kreuzung niemand in die Quere kommt, sondern unterstützen auch einen möglichst guten Verkehrsfluss. Auf der Fahrbahn erkennen Sensoren im Asphalt, ob und wie viele Autos und Velos auf eine Kreuzung zurollen und wie lange die Grünphasen sein sollten, um den Verkehr aus allen Richtungen möglichst flüssig zu halten. Eine Gruppe von Verkehrsteilnehmenden blieb hierbei bisher aussen vor: die Fussgängerinnen und Fussgänger. Das soll sich künftig ändern.

Im Rahmen eines Pilotversuchs testet das Amt für Mobilität an der Fussgänger-Lichtsignalanlage in der Flughafenstrasse beim Kannenfeldpark neue Möglichkeiten der intelligenten Fussgängersteuerung. Ziel ist es, die Grün- und Rotphasen auch auf die Bedürfnisse der zu Fuss Gehenden abzustimmen und insgesamt bedarfsgerechter zu regeln. Hierzu wurde die Lichtsignalanlage mit entsprechender Mess-Sensorik und künstlicher Intelligenz ausgestattet. Künftig soll es beispielsweise möglich sein, die Dauer der Grünphase für Fussgängerinnen und Fussgänger an die Menge der Leute anzupassen, die die Strasse queren möchte. Zudem können Personen, die auf eine Kreuzung zugehen – genau gleich wie Autos und Velos – frühzeitig registriert werden. Die Ampelanlage erkennt also, dass demnächst ein Fussgänger über die Strasse gehen möchte, und schaltet bei nächster Gelegenheit auf Grün. Falls sich gerade keine Fahrzeuge bei der Kreuzung befinden, erhält der Fussgänger automatisch Grün, ohne den Ampel-Knopf drücken zu müssen.

Im Zusammenhang mit dem Pilotversuch finden von Mai bis Juni 2019 Erhebungen mit einer Videokamera statt, die Erkenntnisse liefern sollen, ob mit der verwendeten Technik ein Komforgewinn für den Fussverkehr erreicht werden kann.