Praxistest Einfachhaltestelle

Einfachhaltestellen werden definitiv eingeführt

Doppelhaltestellen, an denen zwei Trams hintereinander halten können, erschweren das Einsteigen, da oft erst spät ersichtlich ist, wo welches Tram hält. Deshalb hat das Bau- und Verkehrsdepartement Anfang 2019 gemeinsam mit der BVB und der BLT einen Praxistest durchgeführt, bei dem die Haltestellen Bankverein, Barfüsserplatz und Marktplatz während vier Wochen als Einfachhaltestellen bedient worden sind.

Grundsatzentscheid für Einfachhaltestellen

Der Praxistest hat aufgezeigt, dass es grundsätzlich betrieblich möglich ist, in der Innenstadt auf Doppelhaltestellen zu verzichten. Die Einfachhaltestellen haben in der Bevölkerung einen sehr hohen Zuspruch erhalten, drei Viertel der Fahrgäste bevorzugen Einfachhaltestellen wegen des einfachen, bequemen und sicheren Einstiegs. Hingegen verlängert sich die Fahrzeit durch die Innenstadt je nach Abschnitt und Tageszeit um durchschnittlich bis zu 50 Sekunden, insbesondere rund um den Steinenberg.

Der Regierungsrat wie auch die BVB und BLT bewerten den positiven Nutzen für die Fahrgäste jedoch höher als den Zeitverlust. Aus diesem Grund sollen alle Tram-Doppelhaltestellen im Rahmen der Umsetzung des Behindertengleichstellungsgesetzes BehiG als definitive Einfachhaltestellen geplant und ausgeführt werden. Dies betrifft die Haltestellen Marktplatz, Barfüsserplatz, Bankverein, Heuwaage und Aeschenplatz.

Frühzeitige Einführung mit Provisorien

Aufgrund der hohen Zustimmung der Fahrgäste sollen die genannten Haltestellen so rasch wie möglich als Einfachhaltestellen bedient werden. Die Einführung ist erst möglich, wenn im  St. Alban-Graben die Trams wieder in beide Richtungen fahren können (Baustelle Parking Kunstmuseum). Dies ist nach heutigem Wissenstand per Fahrplanwechsel im Dezember 2020 geplant. Zur raschen Einführung der Einfachhaltestellen werden nur minimale bauliche Anpassungen und Verschiebungen von Haltestellenmöblierung vorgenommen.

Massnahmen zur Beschleunigung des ÖV

Der öffentliche Verkehr in Basel ist im Vergleich mit anderen grossen Schweizer Städten langsam. Diese Problematik trifft besonders auf die Basler Innenstadt zu. Aus diesem Grund prüft das Bau- und Verkehrsdepartement in Zusammenarbeit mit den Transportunternehmen BVB und BLT eine Reihe von Massnahmen, die zur Beschleunigung des ÖV beitragen. Ziel ist es, die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs im Rahmen einer Gesamtbetrachtung zu stärken.

Eine ausführliche Auswertung des Praxistests ist in der Anzugsbeantwortung Otto Schmid (SP) betreffend Doppelhaltestellen enthalten.