Praxistest Einfachhaltestelle

In Basel gibt es fünf Doppelhaltestellen. Diese stellen für viele Trampassagiere eine Herausforderung dar, weil nicht immer klar ist, wo das Tram hält. Entsprechend wird immer wieder die Forderung laut, die Doppelhaltestellen abzuschaffen. Gerade für Menschen mit einer Geh- oder Sehbehinderung ist die Ungewissheit, wo das Tram hält, sehr schwierig. Sie können nicht ohne Weiteres und in kurzer Zeit vom hinteren Bereich der Haltestelle in den vorderen wechseln. Mühsam ist die Situation aber auch für alle anderen Fahrgäste. Die meisten Passagiere stellen sich strategisch in die Mitte der Doppelhaltestelle, was dazu führt, dass es hier oft ein Gedränge gibt. Für die BVB und die BLT bedeutet dies, dass es zu Verzögerungen kommt, weil der Ein- und Aussteigevorgang so viel länger dauert.

Praxistest ergänzt bisherige Erkenntnisse

Mit Unterstützung eines externen Ingenieurbüros wurde deshalb untersucht, ob und unter welchen Voraussetzungen künftig auf Doppelhaltestellen verzichtet werden kann. Eine Simulation des Trambetriebs zwischen Aeschenplatz und Claraplatz zeigt, dass es betrieblich möglich und sogar sinnvoll sein kann, Doppelhaltestellen zu Einfachhaltestellen umzuwandeln. Weitere Erkenntnisse liefern die Ergebnisse des Praxistests, den das Amt für Mobilität von Mitte Januar bis Mitte Februar 2019 am Bankverein, am Barfüsser- und am Marktplatz durchgeführt hat: Während rund vier Wochen wurden aus den Doppelhaltestellen vorübergehend Einfachhaltestellen. Die Bevölkerung hatte so die Möglichkeit, die Einfachhaltestellen vor Ort zu testen und Feedback zu ihren Erfahrungen zu geben.

Die nächsten Schritte

Die ersten Rückmeldungen aus der Fahrgastbefragung zeigen, dass rund drei Viertel der Befragten künftig auf Doppelhaltestellen verzichten möchten. Sämtliche Erhebungen werden nun sorgfältig ausgewertet. Anschliessend fällt bis im Sommer 2019 der Entscheid, ob die Doppelhaltestellen definitiv zu Einfachhaltestellen umgebaut werden und wie rasch diese Umbauten realisiert werden können.