Elektrifizierung Hochrheinstrecke

Zug steht im Bahnhof

Die Hochrheinbahn Basel–Waldshut–Erzingen–Schaffhausen–Singen verbindet Basel mit dem Bodenseeraum, der Ostschweiz und mit Bayern. Sie ist zudem ein wichtiger Teil des Netzes der trinationalen S-Bahn Basel.

Weichen für die Zukunft stellen

Die Hochrheinbahn soll zwischen Basel Badischer Bahnhof und Erzingen (Baden) elektrifiziert und für den Regionalverkehr ausgebaut werden. Dieser Abschnitt ist heute noch nicht elektrifiziert, was den Einsatz von Dieselzügen auf der gesamten Strecke notwendig macht. Künftig sollen ausschliesslich elektrische Züge zum Einsatz kommen. Sie sollen den Reisenden mehr Platz bieten, einen behindertengerechten Zugang gewähren und zuverlässig nach einem attraktiven Fahrplan verkehren.

Der schnelle Interregioexpress soll neu halbstündlich verkehren; jeder zweite Zug fährt von Basel Badischer Bahnhof über Schaffhausen und Singen weiter nach Konstanz und St. Gallen und bietet so eine attraktive neue Direktverbindung zwischen der Nordwest- und der Nordostschweiz. Die S-Bahn verkehrt ebenfalls halbstündlich und stellt neu eine Direktverbindung von Basel Badischer Bahnhof über Waldshut in das aargauische Koblenz sicher. Sobald das Herzstück Basel – die neue Verbindung zwischen Badischem Bahnhof und Basel SBB – realisiert ist, wird die S-Bahn von der Hochrheinstrecke aus auch direkt das Basler Stadtzentrum sowie das Birseck und das Laufental anfahren. So sieht es das grenzüberschreitende Angebotskonzept der trinationalen S-Bahn Basel (trireno) vor. Die S-Bahn wird so im grenzüberschreitenden Pendlerverkehr leistungsfähiger, was die Belastung auf den Strassen in und um Basel reduziert.

Das Projekt Elektrifizierung und Ausbau der Hochrheinbahn ist ein grenzüberschreitendes Kooperationsvorhaben, bei dem deutsche und schweizerische Gebietskörperschaften eng zusammenarbeiten. Die Vereinbarung für die Finanzierung der Entwurfs- und Genehmigungsplanung (entspricht einem Bauprojekt nach Schweizer Terminologie) wurde 2018 von den Partnern unterzeichnet. Die eidgenössischen Räte haben eine finanzielle Beteiligung an den Baukosten in den nächsten Ausbauschritt der Bahninfrastruktur (STEP 2030/35) aufgenommen; somit stehen Mittel für eine Mitfinanzierung über den Bahninfrastrukturfonds bereit. Das Land Baden-Württemberg strebt wiederum eine Förderung über das deutsche Bundesprogramm gemäss Gemeinde-Verkehrsfinanzierungsgesetz an. Der genaue Kostenschlüssel wird noch ausgehandelt.

Die Gesamtkosten des Vorhabens werden auf 290 Millionen Euro geschätzt. Neben den Kosten der Elektrifizierung beinhaltet der Betrag auch den Aufwand für einen moderaten Ausbau der Infrastruktur zur Verbesserung der Betriebsstabilität, zur Verlängerung von Bahnsteigen und für den behindertengerechten Zugang zu den Zügen. Gleichzeitig sollen die Ortschaften entlang der Strecke mit drei neuen Haltepunkten besser an die S-Bahn angebunden werden.

Der Grosse Rat hat 2014 beschlossen, sich an den Planungskosten zu beteiligen und hat im Juni 2019 den Beitrag des Kantons aufgrund des inzwischen erweiterten Umfangs der Planung erhöht. Bis 2023 läuft nun die Entwurfs- und Genehmigungsplanung, an deren Finanzierung sich auch die EU beteiligt. Mit der Genehmigung wird im 2025 gerechnet; die Realisierung soll bis 2027 abgeschlossen sein.