Erreichbarkeit als Standortfaktor

Geschäftiges Treiben in der Bahnhofshalle

In einer zunehmend globalisierten Welt wird eine gute Erreichbarkeit immer wichtiger: Je besser erreichbar eine Region ist, desto stärker kann sie am wirtschaftlichen Wachstum teilhaben. Das Wirtschaftsforschungsinstitut BAK Economics berechnet die Erreichbarkeit von Regionen mittels quantitativer und international vergleichbarer Analysen.

Hierbei unterscheidet es drei Kategorien: die Erreichbarkeit aus der ganzen Welt (global), aus anderen Regionen Europas (kontinental) und aus anderen Regionen der Schweiz (regional). Die Erreichbarkeitsmodelle von BAK Economics basieren auf dem Ansatz aktivitätsbasierter Gravitationsindikatoren; in allen Analysen wird das regionale Brutto-Inland-Produkt (BIP) der Zielregionen als Aktivitätsparameter zur Gewichtung der Reisezeiten verwendet.

Schweizer Regionen sind gut erreichbar

Die Erreichbarkeit der Schweizer Regionen ist sehr gut. Die geografisch günstige Lage relativ nahe am wirtschaftlichen Zentrum Europas und eine gut ausgebaute Infrastruktur mit hervorragendem Serviceangebot sichern diesen Standortvorteil für die Schweiz.

Regionale Erreichbarkeit: Basel liegt auf Platz 2

Die neusten Zahlen von BAK Basel Economics zeigen, dass die regionale Erreichbarkeit in der Schweiz seit 2005 deutlich besser geworden ist, 2020 aber aufgrund der Corona-Pandemie stagniert. Die höchste Erreichbarkeit aller 26 Kantone weist der Kanton Zürich auf, gefolgt vom Kanton Basel-Stadt, der diese zweite Stelle sowohl im Individual- wie auch im öffentlichen Verkehr einnimmt. Während in der Schweiz das BIP wegen der Corona-Pandemie abnahm und die Erreichbarkeit somit stagnierte oder gar leicht abnahm, erhöhte Basel-Stadt die Erreichbarkeit wegen der stark wachsenden pharmazeutischen Industrie, die das lokale BIP steigerte.

Globale und kontinentale Erreichbarkeit im Zeichen der Corona-Pandemie

Im November 2020 erhob BAK Economics letztmals die globale und kontinentale Erreichbarkeit, dies während der Corona-Pandemie. Der Einbruch der Erreichbarkeit war welt- resp. europaweit markant, vor allem aufgrund des stark reduzierten Flug-Angebots in Zusammenhang mit den strengen Reisebeschränkungen.

Basel verlor vorübergehend 10% der globalen und 20% der kontinentalen Erreichbarkeit. Basel verzeichnete damit einen weniger starken Rückgang als beispielsweise Zürich, da das Flugangebot ab Basel zu wichtigen Destinationen wie den USA, China, Indien oder Japan weniger stark verschlechtert wurde.

Mit Blick auf den Rückgang bei der kontinentalen Erreichbarkeit liegt Basel im Mittelfeld der untersuchten Städte. Dank den guten Bahnverbindungen nach Frankreich und Deutschland fielen die Verluste für Basel kleiner aus, als für Städte mit einem höheren Fluganteil wie beispielsweise Zürich oder Genf.

Fazit: Basel ist nach wie vor sehr gut erreichbar

Basel ist trotz Corona-Pandemie sehr gut erreichbar, auch wenn die Erreichbarkeit global und kontinental stark eingebrochen ist. Dank den guten Bahnverbindungen nach Frankreich und Deutschland fielen die Verluste für Basel kleiner aus, als für Städte mit einem höheren Fluganteil wie beispielsweise Zürich oder Genf.

Regional ist Basel trotz Corona-Pandemie hervorragend erreichbar: Wegen dem stark wachsenden BIP, zu dem die boomende Pharmaindustrie sehr viel beisteuerte, sowie den geringen Auswirkungen auf den öV-Fahrplan und der tieferen Strassenbelastung im November 2020 nahm die Erreichbarkeit Basels sogar zu.

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Quelle: BAK Economics www.bak-economics.ch
100 = gewichteter Durchschnitt aller einbezogener Regionen (global, kontinental), resp. der Schweiz (regional)