Velofreundliche Lichtsignalanlagen

Der Kanton Basel-Stadt hat in den vergangenen zwei Jahren einen Pilotversuch für velofreundliche Lichtsignalanlagen durchgeführt. Dabei testete das Amt für Mobilität Massnahmen, die es den Velofahrenden erlauben, an Kreuzungen zügiger voranzukommen. Zudem konnte der Verkehrsfluss insgesamt verbessert werden.

Der Pilotversuch startete ursprünglich schon Mitte 2013 mit zunächst vier Versuchsstandorten und wurde Anfang 2015 in Absprache mit dem Bundesamt für Strassen (ASTRA) auf 13 Standorte ausgedehnt. An zwölf Versuchsstandorten testete das Amt für Mobilität das freie Rechtsabbiegen bei Rot für Velofahrende. An einem weiteren Standort durften Velofahrende die Kreuzung bei Rotlicht zusammen mit den Fussgängern überqueren und mussten nicht warten.

Erfahrungen und weiteres Vorgehen

Der Pilotversuch endete im Dezember 2016. Während der rund zweijährigen Pilotphase wurde das Verhalten der Verkehrsteilnehmenden beobachtet. An den zwölf Standorten, an denen das freie Rechtsabbiegen bei Rot für Velofahrende versuchsweise erlaubt war, wurden während rund 550 Stunden knapp 40'000 Velofahrende erfasst, etwas mehr als 17'000 bogen an den Kreuzungen nach rechts ab. Von ihnen nutzten wiederum 6'000 Velofahrende die Möglichkeit des freien Rechtsabbiegens bei Rot. 

An der Kreuzung Mülhauserstrasse/Elsässerstrasse testete das Amt für Mobilität zudem die sogenannte Fuss- und Veloverkehrsphase. Hier wurden über einen Zeitraum von 96 Stunden insgesamt knapp 8‘500 Velofahrende gezählt. Rund 4‘500 von ihnen konnten die Phase für den Fuss- und Veloverkehr nutzen und kamen somit zügiger voran.

Die Möglichkeiten des freien Rechtsabbiegens bei Rot sowie die Fuss- und Veloverkehrsphase wurden rege genutzt. In Zusammenhang mit dem Pilotversuch für velofreundliche Lichtsignalanlagen wurden von der Polizei keine Unfälle registriert. Vereinzelt kam es vor, dass Velofahrende den Fussgängern keinen Vortritt gewährten. Der Anteil bewegte sich aber im Promillebereich. In Absprache mit dem Bundesamt für Strassen (ASTRA) wird die Signalisation an den Pilotstandorten bis auf weiteres aufrechterhalten. Bei zwei Standorten für das freie Rechtsabbiegen bei Rot für Velofahrende zeigte sich, dass diese ohne bauliche Anpassungen nicht dafür geeignet sind (Leonhardsstrasse/Steinengraben und Dornacherstrasse/Bruderholzstrasse). An diesen beiden Kreuzungen wurde die entsprechende Signalisation abgebaut – das freie Rechtsabbiegen bei Rot für Velofahrende ist dort nicht mehr gestattet.

Die Ergebnisse des Pilotversuchs hat das Amt für Mobilität im Abschlussbericht festgehalten, der seit März 2017 zur Prüfung beim Bundesamt für Strassen (ASTRA) liegt. Gleichzeitig hat der Kanton Basel-Stadt beantragt, dass das freie Rechtsabbiegen bei Rot für Velofahrende und die Fuss- und Veloverkehrsphase in das Schweizerische Strassenverkehrsrecht aufgenommen werden.

Abschlussbericht Pilotversuch Velofreundliche Lichtsignalanlagen

 

Freies Rechtsabbiegen bei Rot für Velofahrende

Diese Signaltafel zeigt, dass das Rechtsabbiegen für Velofahrende auch bei Rot gestattet ist. Querende Fussgänger und der von links kommende Verkehr haben in jedem Fall Vortritt. Das Schild zeigt ein gelbes Velo mit gelbem Rechtspfeil auf schwarzem Grund. Es ist 20x20 cm gross und rechts neben dem Rotlicht des Lichtsignals angebracht.


 

Fuss- und Veloverkehrsphase

Wenn der gelbe Warnblinker mit Velosymbol neben dem Rotlicht blinkt, dürfen Velofahrende die Kreuzung gleichzeitig mit den Fussgängern überqueren.

Velofahrende müssen dabei den Fussgängern in jedem Fall den Vortritt gewähren. Blinkt die gelbe Ampel mit Velosymbol neben der roten Ampel nicht, so müssen Velofahrende halten.

Kreuzung Mülhauserstrasse/Elsässerstrasse (PDF, 196 KB)