Planung/Kosten

Die Planung eines Tramprojekts ist eine komplexe Aufgabe. Sie beginnt mit einer sogenannten Vorstudie und einem anschliessenden Vorprojekt. Daraus geht das konkrete Bauprojekt hervor. Zurzeit laufen die Vorstudien für die Tramprojekte Grenzacherstrasse - Schwarzwaldstrasse, Claragraben und Klybeck.

Die Vorstudie

Die Vorstudie untersucht, ob ein Tram in der Mitte oder auf der Seite einer Strasse liegen soll. Zudem ist zu klären, ob das Tram sich mit weiteren Verkehrsteilnehmern (z.B. Auto oder Bus) den Strassenraum teilt und im sogenannten Mischverkehr fährt oder ob das Tram getrennt vom restlichen Verkehr geführt wird (Eigentrassee). In der Grenzacherstrasse ist aufgrund der Strassenbreite nur ein Mischverkehr möglich, in der Schwarzwaldstrasse und im Claragraben bestehen teilweise beide Möglichkeiten.

Danach werden der Standort und der Typ der Haltestellen definiert. Zudem werden die Auswirkungen auf die anderen Verkehrsteilnehmenden bewertet. Kriterien sind z.B., ob und in welchem Ausmass die übrigen Verkehrsteilnehmenden vom Tram eingeschränkt werden, wie weit die Wege zum Umsteigen sind, wie das Velo geführt wird, sowie erste Aussagen zu Auswirkungen auf Parkplätze und Bäume. Insbesondere wird auch der Verkehrsfluss an wichtigen Kreuzungen untersucht.

Das Vorprojekt

Im Vorprojekt wird die neue Tramlinie im Detail ausgearbeitet. Die Lage im Strassenraum, der Standort und der Typ der Haltestellen werden bestätigt und die genaue Verkehrsführung festgelegt. Auch die Gestaltung der Haltestelle wird nun festgelegt, das heisst,  welche Materialien verwendet werden, wo welche Haltestellenelemente platziert werden (z.B. Billetautomat, Wartehäuschen, Sitzbänke), welche Bäume gepflanzt werden etc. Am Schluss des Vorprojekts liegt somit ein detailliertes Projekt mit den Angaben der Kosten vor, welches dem Grossen Rat zum Entscheid vorgelegt wird.

Berücksichtigung aller Verkehrsteilnehmenden

Bei der Planung werden alle Verkehrsteilnehmenden und deren Bedürfnisse berücksichtigt. Der begrenzte städtische Strassenraum bringt es mit sich, dass nicht für jeden das Maximum angeboten werden kann, sondern für alle tragbare Lösungen gefunden werden müssen.

Die bestehenden Trottoirs für Fussgängerinnen und Fussgänger werden erhalten und bei Fussgängerquerungen werden alle sicherheitsrelevanten Gesichtspunkte berücksichtigt. Für Velofahrende wird eine möglichst sichere und attraktive Verkehrsführung geplant. Wie dies konkret umgesetzt wird, ist Gegenstand der einzelnen Vorstudien.

Abklärung der Lärmbelastung

Jede neue Ausbauetappe im Tramnetz (Traminfrastrukturprojekt) durchläuft ein Genehmigungsverfahren seitens Kanton und Bund. Eine neue Tramstrecke wird beispielsweise nur dann bewilligt, wenn die Lärmschutzverordnung eingehalten wird. Im Vorprojekt wird geprüft, ob ein Bauvorhaben das Umweltrecht einhält.

Kosten

2012 bewilligte der Grosse Rat grundsätzlich 350 Millionen Franken für den Ausbau des Tramstreckennetzes. Erst auf der Basis detaillierter Vorstudien und Vorprojekte entscheidet das Parlament jedoch definitiv, ob die einzelnen Tramprojekte tatsächlich umgesetzt werden, und bewilligt die finanziellen Mittel dafür.

Finanzielle Beteiligung der Eidgenossenschaft

Der Bund unterstützt nachhaltige Verkehrsprojekte in städtischen Räumen mit einem finanziellen Beitrag von bis zu 50%. Die Kantone können ihre entsprechenden Projekte im Rahmen des Agglomerationsprogramms im A-, B- oder im C-Horizont einreichen. Die Horizonte beschreiben den geplanten Baustart: kurzfristig (A), mittelfristig (B) und langfristig (C). Der Bund beurteilt die Programme aufgrund des jeweiligen Kosten-Nutzen-Verhältnisses.

Im Dezember 2016 hat der Trägerverein Agglo Basel, zu dem auch der Kanton Basel-Stadt gehört, die Projekte für das dritte Agglomerationsprogramm beim Bund eingereicht. Für den Kanton Basel-Stadt sind die Tramprojekte dabei von zentraler Bedeutung. Aktuell läuft die Vernehmlassung zur Botschaft des Bundesrates.  Die Partner der trinationalen Agglomeration Basel haben dem Bund am 23. April eine gemeinsame Stellungnahme zur Botschaft eingereicht. Eine zentrale Forderung ist die Aufnahme des Tram Klybeck in den dringlichsten Realisierungshorizont.