Verkehrskonzept Innenstadt

Ansicht Spalenberg

Die Basler Innenstadt übernimmt auf engem Raum eine Vielzahl wichtiger Funktionen – einerseits für die Bewohnerinnen und Bewohner, anderseits für Besucherinnen und Besucher aus der Stadt und der gesamten Region. Zugunsten einer lebendigen Innenstadt mit hoher Aufenthaltsqualität wurde das aktuell geltende Verkehrskonzept Innenstadt erarbeitet, das der Grosse Rat Anfang 2011 verabschiedet hat.

Neben den unten aufgeführten vier Grundregeln (Regimes) gelten Sonderregelungen für Anwohnende, Taxis, Mobilitätsbehinderte, Notfalldienste etc. Diese sind in einer separaten Verordnung festgelegt. Der Regierungsrat hat die überarbeitete Verordnung im August 2014 beschlossen. Für den Vollzug dieser Verordnung ist das Justiz- und Sicherheitsdepartement zuständig.

Grundregeln

  • Tempo 30

    Innerhalb des City-Rings wird die Höchstgeschwindigkeit für alle Verkehrsteilnehmenden auf maximal 30 km/h beschränkt.
  • Fussgängerzone

    Einkaufsbereiche und historische Altstadt: In diesen Zonen haben Fussgänger Vortritt. Fahrverkehr ist nur ausnahmsweise gestattet und muss im Schritttempo verkehren. Velos sind nicht zugelassen. Eine Ausnahme bildet die Verbindung Schneidergasse - Sattelgasse - Glockengasse - Hutgasse.
  • Begegnungszone

    Auch in diesen Zonen haben Fussgänger Vortritt. Auf drei Routen im Grossbasel und in weiten Teilen der Kleinbasler Innenstadt erlauben Begegnungszonen die Velodurchfahrt mit Tempo 20 km/h. In den Begegnungszonen der Innenstadt sind seit April 2017 auch starke Elektrovelos mit eingeschaltetem Motor zugelassen.
  • ÖV-Achsen

    Strassen mit öffentlichem Verkehr: Wo Busse oder Trams des öffentlichen Verkehrs fahren, gilt Tempo 30 km/h mit Teilfahrverboten sowie Vortritt für den Fahrverkehr. Je nach Abschnitt sind die ÖV-Achsen auch für Velos und Mofas sowie Taxis und Anlieferung geöffnet.

Diese Regeln gelten für die ganzeBasler Innenstadt innerhalb des City-Rings. Innerhalb der Kernzone mit eingeschränktem Motorfahrzeugverkehr ist der Güterumschlag Montag bis Samstag zwischen 5.00 Uhr und 11.00 Uhr möglich.

Vergleichende Verkehrserhebungen 2014/2015/2016 zeigen unter anderem, dass die Güterumschlagszeiten in den betrachteten Strassenabschnitten mehrheitlich eingehalten werden, dass weniger Motorfahrzeuge verkehren und dass in der Rheingasse mehr Velos unterwegs sind.

Poller: Pilotanlage am Spalenberg

Am 4. Januar 2016 startete am Spalenberg ein einjähriger Pilotversuch mit Pollern. Dieser geht auf einen Wunsch der grossrätlichen Umwelt-, Verkehrs- und Energiekommission zurück. Die Pilotanlage auf Höhe der Rosshofgasse regelt dort die Zufahrt in die Kernzone der fussgängerfreundlichen Innenstadt (Wirkungsgebiet).

Die Anlage besteht aus einer Bediensäule und fünf Pollern, wovon zwei versenkbar sind. Wenn niemand Durchfahrt begehrt, sind die Poller hochgefahren. Montags bis samstags von 5.00 bis 11.00 Uhr erfolgt der Güterumschlag bewilligungsfrei – wie in der ganzen fussgängerfreundlichen Innenstadt. Induktionsschlaufen im Boden erkennen Fahrzeuge vor den Pollern und die mechanischen Sperren senken sich während den Güterumschlagszeiten automatisch. Ausserhalb der Güterumschlagszeiten können Anwohnerinnen und Anwohner sowie weitere Berechtigte mittels eines sogenannten QR-Codes auf ihrer Zufahrtsbewilligung die Poller senken und erhalten auf diese Weise Zufahrt. Die QR-Codes werden von einem in der Bediensäule der Polleranlage integrierten Lesegerät erkannt.

Die Bediensäule ist zudem mit einer Sprechfunktion ausgerüstet: Eine Sprechverbindung geht zur Kantonspolizei Basel-Stadt (Autobahnpolizei-Stützpunkt), welche die Poller bei Berechtigung senken kann. Hotelgäste des Teufelhofs setzen sich über die Sprechfunktion mit der Rezeption ihres Hotels in Verbindung. Das Hotel kann die Poller ebenfalls per Fernsteuerung senken. Die Rettungsdienste bedienen die Poller mit einem Funksender oder einem Schlüssel, die Stadtreinigung ebenfalls mit einem Schlüssel.

Regierungsrat wünscht weitere Poller

Die Erfahrungen, die das Amt für Mobilität und die Kantonspolizei während der Pilotphase mit der Polleranlage am Spalenberg sammeln konnten, sind grundsätzlich positiv. Die Poller funktionierten weitgehend störungsfrei und erzielten die gewünschte Wirkung: Zum einen hat der unbefugte Verkehr abgenommen, zum anderen stehen rund um den Spalenberg weniger parkierte Autos, was die Aufenthaltsqualität für Anwohnende, Lädeli-Besitzer und all jene Leute steigert, die hier spazieren und einkaufen. Aufgrund dieser positiven Erfahrungen wünscht der Regierungsrat, dass bei der Zufahrt zur Kernzone der Innenstadt weitere Polleranlagen in Betrieb gehen. Er hat das Bau- und Verkehrsdepartement beauftragt, die notwendigen Abklärungen zu treffen und einen entsprechenden Ratschlag auszuarbeiten.

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