Tempo 30

Ansicht einer Tempo30 Zone

In den vergangenen Jahren forderten zahlreiche parlamentarische Vorstösse den Ausbau der Tempo 30-Zonen. Auch Anwohnerinnen und Anwohner richten immer wieder entsprechende Anfragen direkt an die kantonale Verwaltung. Dies zeigt das Bedürfnis der Basler Bevölkerung nach verstärkter Verkehrsberuhigung im städtischen Strassennetz.

Weitere Tempo 30-Umsetzungen

Im Januar 2013 hat der Grosse Rat der Erweiterung der Tempo 30-Zonen zugestimmt. Zum einen sollen zusätzliche Abschnitte von siedlungsorientierten Strassen in bereits bestehende Tempo 30-Zonen integriert werden, soweit dies möglich ist. Zum anderen soll geprüft werden, ob auch auf bestimmten verkehrsorientierten Strassen permanent oder zu bestimmten Tageszeiten Tempo 30 eingeführt werden kann. Der Umsetzungs- und Prüfauftrag des Grossen Rats zu Tempo 30 umfasst rund 80 Strassen und Strassenabschnitte.

Die vorgesehene Erweiterung der Tempo 30-Zonen soll bis Ende 2019 weitgehend realisiert sein. An den wenigen Orten, an denen bauliche oder stadtgestalterische Massnahmen notwendig sind, wird die Einführung von Tempo 30 etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen. Nebst Tempo 30-Zonen wird es auch vermehrt Strassenabschnitte geben, auf denen nur temporär Tempo 30 gilt. Hier kommen LED-Wechselsignale zum Einsatz, die primär dafür sorgen, dass der Schulweg für Kinder sicherer wird. Ab August 2018 gibt es bereits vier Strassenabschnitte, auf denen temporär Tempo 30 gilt.

Der Projektfortschritt der weiteren Strassen und Strassenabschnitte mit Tempo 30 sieht im Überblick wie folgt aus (Stand Ende Juli 2018, exkl. Innenstadt):

umgesetzt + Wirkungskontrolle durchgefüht 52
publiziert, aber noch nicht realisiert   5
Detailprojektierung im Gang   8
nicht zur Umsetzung vorgesehen 10
noch nicht projektiert 11

Total

86

 

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Tempo 30 zeigt Wirkung

Dank Tempo 30 können die Verkehrssicherheit erhöht und die Wohnqualität verbessert werden. Tempo 30 sorgt für einen gleichmässigeren Verkehrsfluss und mildert negative Auswirkungen des Verkehrs, darunter die Anzahl und Schwere von Unfällen und Lärmemissionen. Zudem helfen Tempo 30-Zonen und -Abschnitte mit, den Durchgangsverkehr von den Wohnquartieren fernzuhalten und auf den Hauptverkehrsachsen zu kanalisieren. Mit temporären Tempo 30-Signalisationen wird auf vereinzelten Strassenabschnitten ein gezielter und sehr effektiver Schutz zu Gunsten der schwächeren Verkehrsteilnehmenden erreicht.

 

Wegweisender Entscheid des Bundesgerichts

Die Einführung von Tempo 30 auf verkehrsorientierten Strassen ist in der Schweiz nicht gänzlich unbestritten. Im März 2018 hat das Bundesgericht hierzu nun einen wegweisenden Entscheid gefällt: Es stützte das Vorhaben des Kantons Basel-Stadt, in der Sevogelstrasse zu Gunsten der Sicherheit und der Lebensqualität im Quartier Tempo 30 einzuführen, und wies eine entsprechende Beschwerde ab. Tempo 30 ist somit auch auf verkehrsorientierten Strassen zulässig. Der Kanton kann so seiner gesetzlichen Pflicht nachkommen und die Wohnbevölkerung effektiv vor unzulässigem Lärm schützen.