Städtevergleich Mobilität

Foto: BVU, MOB

Die Städte Basel, Bern, Luzern, St. Gallen, Winterthur und Zürich haben 2017 zum zweiten Mal nach 2012 einen gemeinsamen Bericht «Städtevergleich Mobilität» erstellt. Darin werden die Städte kurz charakterisiert und Kennwerte zum Verkehrsverhalten der jeweiligen Stadtbevölkerung verglichen – beispielsweise der Modal Split, der zeigt, welche Verkehrsmittel welchen Anteil an den zurückgelegten Wegen ausmachen. Der Bericht enthält weitere Kennwerte zu den Verkehrsinfrastrukturen der Städte sowie Daten aus Verkehrszählungen. Zusätzlich werden Kennziffern aus den Bereichen Sicherheit und Umwelt verglichen.

Verstärkter Austausch

Der «Städtevergleich Mobilität» dient einerseits als Basis für einen besseren Austausch und eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen den Städten im Bereich Verkehr. Anderseits bildet er eine wichtige Grundlage für die Erarbeitung von Mobilitätsstrategien und Massnahmen und dient als Instrument zur Beobachtung der künftigen Verkehrsentwicklungen. Die Erkenntnisse aus dem Städtevergleich Mobilität fliessen in Basel in die aktuelle Verkehrsplanung des Kantons ein.

Dieselben Herausforderungen

Der Vergleich macht deutlich, dass die sechs Städte mit Blick auf die Mobilität dieselben Herausforderungen zu meistern haben: Der Raum ist begrenzt, die Siedlungsdichte hoch. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Arbeitsplätze zu und die Ansprüche an eine gute städtische Lebensqualität wachsen. Alle Städte treiben deshalb eine umwelt- und stadtgerechte Mobilität voran.

Basel mit hohem Velo- und geringem Auto-Anteil

Basel weist zwar die zweithöchste Einwohnerzahl unter den sechs beteiligten Städten aus, erstreckt sich jedoch über die kleinste Fläche und hat demzufolge die höchste Siedlungsdichte. Auf 1‘000 Einwohnende kommen in Basel 334 Autos – der tiefste Wert im Städtevergleich. Gegenüber 2010 ist eine Abnahme um 5% zu verzeichnen. In den anderen Städten kommen auf 1‘000 Einwohnende 351 (Zürich) bis 456 (Luzern) Autos. Entsprechend fällt das Bild aus, wenn man schaut, wie die Einwohnenden ihren Arbeitsweg innerhalb der Stadt zurücklegen: In Basel sind 11% mit dem Auto oder dem Motorrad unterwegs, 48% benutzen Tram oder Bus und 42% fahren mit dem Velo oder gehen zu Fuss zur Arbeit. In anderen Städten liegt der Anteil der Autos und Motorräder höher, weniger Menschen sind mit dem Velo oder zu Fuss unterwegs.

Die Basler Bevölkerung nutzt für ihre Wege insgesamt in erster Linie das Velo oder geht zu Fuss. Die zurückgelegten Fusswege sind im Vergleich zu 2010 allerdings rückläufig, was einem Schweizer Trend entspricht. Umgekehrt hat der Anteil der Autowege an den zurückgelegten Wegen von 18% auf 22% zugenommen. Die Verkehrsleistung im motorisierten Individualverkehr ist gemäss Verkehrsindex dennoch praktisch konstant geblieben (+1%). Das heisst: Die Zunahme bei den Baslerinnen und Baslern wurde durch eine Abnahme bei den auswärtigen Autofahrerinnen und Autofahrern kompensiert. Fast die Hälfte aller Einwohnenden, die ein eigenes Auto haben, löst eine Anwohnerparkkarte. In den anderen Städten liegt dieser Anteil bei höchstens einem Viertel.